So, nach­dem ich mei­ne Desk­top-Umge­bung am Rech­ner umge­stellt hab’, hab’ ich jetzt auch end­lich die Zeit, das ver­spro­che­ne How-To zu den Rauch­bil­dern zu schrei­ben. Ich hof­fe, ich kann es (eini­ger­ma­ßen) ver­ständ­lich schrei­ben. Zur Sicher­heit habe ich mal eine äußerst mini­ma­lis­ti­sche Skiz­ze ange­fer­tigt.

Aufbau und Fotografie

Man braucht etwas Platz und der Raum soll­te nach Mög­lich­keit abge­dun­kelt sein. Als Hin­ter­grund dien­te mir eine schwar­ze Fleece-Decke. Die war nicht ganz opti­mal, da ich nicht genü­gend Abstand zwi­schen Blitz und Hin­ter­grund hat­te und ich nicht an die Abschot­ter neben dem Blitz gedacht habe. Daher hat­te ich bei man­chen Bil­dern noch Licht­re­fle­xe im Hin­ter­grund. Ver­hin­dern kann man die­se ent­we­der mit genü­gend Abstand oder eben, indem man das Licht des Blit­zes zum Bei­spiel mit Pap­pe abschirmt, so dass es nur in einem ziem­lich engen Win­kel nach vor­ne leuch­tet.

Das Blitz­ge­rät steht auf Höhe der Rauch­quel­le, unge­fähr senk­recht zur Linie Kame­ra-Rauch­quel­le. Mit dem Win­kel kann man durch­aus etwas expe­ri­men­tie­ren. Daher wird auch etwas Platz zur Sei­te benö­tigt. Die Kame­ra hat­te ich auf dem Sta­tiv und per Fern­aus­lö­ser bedient. Das Blitz­ge­rät war mit einem iTTL-Kabel mit der Kame­ra ver­bun­den.

Aufbau des Sets der Rauchbilder

Bei Umge­bungs­licht wird der Rauch ent­zün­det. Ich habe hier Räu­cher­stäb­chen ver­wen­det. Nun noch die Kame­ra rich­tig aus­rich­ten und fokus­sie­ren. Hilf­reich kann dabei zum Bei­spiel ein Zoll­stock sein, den man auf Höhe des Räu­cher­stäb­chens senk­recht nach oben hält, damit man ein Ziel für den (Auto-) Fokus hat. Hier­nach wird der Auto­fo­kus deak­ti­vert, der »sieht« eh nichts mehr. Jetzt noch eben die übri­gen Para­me­ter an der Kame­ra ein­stel­len: Belich­tungs­zeit, Blen­de, ISO. Den ISO-Wert kann man getrost auf einen nied­ri­gen Wert stel­len. Belich­tet habe ich mit einer 1/​60 Sekun­de bei Blen­de 8 und ISO 200 (der unte­re Wer­te der D90). Aber die­se Wer­te kön­nen durch­aus vari­ie­ren.

Nach dem alles ein­ge­stellt ist, kann man jetzt die Raum­be­leuch­tung aus­schal­ten und sie dem Foto­gra­fie­ren wid­men. Da man jetzt nicht mehr viel sieht vom Rauch, muss man blind aus­lö­sen. Es emp­fiehlt sich immer mal ein prü­fen­der Blick aufs Kame­ra-Dis­play, um zu kon­trol­lie­ren, dass man auch noch die schö­nen Tei­le des Rauchs foto­gra­fiert. Beein­flus­sen – wenn auch nicht gezielt – kann man den Rauch, indem man vor­sich­tig pus­tet oder fächelt. Oder mit einem Löf­fel knapp ober­halb der Glut den Rauch etwas »auf­staut« und dann mit einem mal auf­stei­gen lässt, in dem man den Löf­fel weg­nimmt. Da die ein­zel­nen Bild ja nichts mehr kos­ten, emp­fiehlt es sich, ruhig mal öfter auf den (Fern-) Aus­lö­ser zu drü­cken.

Nachbearbeitung

Nach­dem man die Bil­der auf den Rech­ner gela­den hat und die ers­te gro­be Aus­wahl getrof­fen hat, guckt man sich die Bil­der noch ein­mal an. Wel­ches Bild kann so für sich bestehen? Mit etwas Nach­be­ar­bei­tung natür­lich. Wel­ches Bild kann man spie­geln? Wel­ches even­tu­ell Ein­fär­ben? Hier kann man auch ruhig mal ein paar Bil­der mehr aus­wäh­len, denn häu­fig erge­ben sich noch Effek­te, die man so nicht abschät­zen kann.

Rauch-Foto Bearbeitung: Ausgangsbild

Das Aus­gangs­bild

Zur Ver­deut­li­chung der Bear­bei­tung hab ich mal wahl­los ein Foto von mei­nem »Rauch-Shoo­ting« genom­men. Ich hab’ es mir dies­mal etwas ein­fa­cher gemacht und ein jpg der Kame­ra genom­men, nicht das Raw. Eine Raw-Ent­wick­lung käme also noch hier vor. Wie man sieht, hat­te ich da etwas Staub auf dem Objek­tiv. Vor­her und zwi­schen­durch das Objek­tiv rei­ni­gen kann also Zeit in der Nach­be­ar­bei­tung spa­ren.

Werte-Dialog von Gimp

Wer­te-Dia­log von Gimp

Die Bear­bei­tung mache ich wie­der in Gimp, aber soll­te mit ande­ren Pro­gram­men ähn­lich funk­tio­nie­ren, nur das da die Befehle/​Menüs anders hei­ßen kön­nen. Als ers­tes hab ich den Dia­log Wer­te (Farben->Werte) auf­ge­ru­fen, und sowohl den Wert für schwarz als auch für Weiß ange­passt. Man kann auch ohne Pro­ble­me Wer­te beschnei­den; ein­fach auf die Vor­schau des Bil­des ach­ten, dass kei­ne benötigten/​gewollten Details ver­lo­ren gehen.

Die Wer­te habe ich absicht­lich vor der Fle­cken­ent­fer­nung gemacht, da durch die Anpas­sung schon eini­ge Fle­cken »unsicht­bar« wer­den. Also rei­ne Faul­heit. Jetzt kommt die Fleiß­ar­beit, die Fle­cken zu ent­fer­nen. Ein Patent­re­zept gibt es nicht dafür, je nach Hin­ter­grund kann man mit dem Hei­len-Werk­zeug (Werkzeuge->Malwerkzeuge->Heilen, Tas­te H), dem Klon-Stem­pel (Werkzeuge->Malwerkzeuge->Klonen, Tas­te C) oder sogar dem nor­ma­len Pin­sel (Werkzeuge->Malwerkzeuge->Pinsel, Tas­te P) arbei­ten. Der Pin­sel bie­tet sich aber nur an, wenn der Hin­ter­grund wirk­lich nur ein­far­big ist.

Gimp: Ebenenmodus ändern

Gimp: Ebe­nen­mo­dus ändern

Kon­trastan­pas­sung mit­tels Kur­ven (Farben->Kurven) fin­den jetzt ihren Platz. (Eben­so das Inver­tie­ren (Farben->Invertieren), wenn gewünscht.) Jetzt habe ich die Ebe­ne dupli­ziert (Ebene->Ebene dupli­zie­ren) und hori­zon­tal gespie­gelt (Ebene->Transformation->Horizontal spie­geln). Jetzt sieht man zunächst nur die gespie­gel­te Ebe­ne, nicht ganz das, was wir woll­ten. Auch eine Ände­rung der Ebe­nen­trans­pa­renz bringt uns hier nicht wei­ter, da der schwar­ze Hin­ter­grund der obe­ren Ebe­ne den Rauch der unte­ren abdun­keln wür­de. Um bei­de Rauch­säu­len gleich­zei­tig zu sehen, wird der Ebe­nen­mo­dus auf »Nur auf­hel­len« geän­dert. Je nach Bild kann auch »Addi­ti­on« oder »Bild­schirm« ein gutes oder gar bes­se­res Resul­tat brin­gen. Auch hier gilt wie­der: Pro­bie­ren geht über Stu­die­ren.

Um ein stim­mi­ges Bild zu krie­gen, kann man jetzt bei­de Ebe­nen ent­spre­chend ver­schie­ben. Da es hier­bei gut pas­sie­ren kann, dass der eigent­li­che Bild­be­reich zu klein wird, kann man ihn über Bild->Leinwandgröße ver­grö­ßern. Wenn man nun sein Bild »gefun­den« hat, kann man das Gan­ze zurecht schei­den: Werkzeuge->Transformationen->Zuschneiden bzw. Umschalt-C.

Der Zwischenstand der Bearbeitung

Der Zwi­schen­stand der Bear­bei­tung

Bis jetzt sieht mein Bild so aus wie links. Jetzt will ich da noch etwas Far­be rein­brin­gen. Dazu habe ich mir erst ein­mal die pas­sen­den Far­ben aus­ge­wählt. Anschlie­ßend eine neue trans­pa­ren­te Ebe­ne erstellt und die­se dann mit einem Farb­ver­lauf von unten rechts nach oben links gefüllt. Damit man aber nicht nur den Farb­ver­lauf sieht, son­dern der Ver­lauf den Rauch ein­färbt, ändert man den Ebe­nen­mo­dus der Farb­ver­laufs­ebe­ne zu »Far­be«.

Zum Schluss habe ich bei mei­nem Bild noch eine leich­te Vignet­te ein­ge­fügt: Ellip­ti­sche Aus­wahl, aus­ge­blen­det um 30 Pixel und dann inver­tiert und mit schwarz gefüllt. Ebe­nen­mo­dus auf »Nur abdun­keln« oder »Mul­ti­pli­ka­ti­on« set­zen und dann kann man mit der Deck­kraft der Ebe­ne bestim­men, wie weit die Rän­der abge­dun­kelt wer­den sol­len. Jetzt kam noch eine sehr leich­te Anpas­sung der Hel­lig­keit und der Sät­ti­gung im Rot- und Gelb-Bereit (Farben->Farbton/Sättigung) und eine Anhe­bung der »Kan­ten« mit­tels der Kan­ten­ver­stär­kung des NL-Fil­ters (Filter->Verbessern->NL-Filter). Falls bei euch der NL-Fil­ter aus­ge­graut ist, kann es dar­an lie­gen, dass die akti­ve Ebe­ne einen Alpha-Kanal hat. Die­sen könnt ihr über Ebene->Transparenz->Alphakanal ent­fer­nen« ent­fer­nen.

Wenn noch wei­te­re Fra­gen sind, stellt sie und ich ver­su­che sie zu beant­wor­ten. Jetzt bleibt mir nur noch, das Resul­tat mei­ner ’schnel­len‘ Bear­bei­tung zu prä­sen­tie­ren:

Das Endergebnis der Bearbeitung

Das Resul­tat