Am Wochen­en­de fand wie­der ein­mal ein Mit­tel­al­ter­markt auf Schloss Horst in Gel­sen­kir­chen statt, das Gaudium.2012 (hier war ein Link zur Gaudium.2012-Seite der Stadt Gelsenkirchen/​Schloss Horst. Da aller­dings die URL schon fast im Wochen­rhyth­mus geän­dert wird, habe ich mich dazu ent­schie­den, den Link zu ent­fer­nen. Nach zig Ände­run­gen habe ich ein­fach kei­ne Lust mehr, sor­ry.). Für mich war es der zwei­te dort. Vom ers­ten war ich nicht so begeis­tert. Der war vor zwei Jah­ren im Rah­men der Kul­tur­haupt­stadt Ruhr.2010. Ich dach­te, eine wei­te­re Chan­ce hat der Markt dort ver­dient, zumal das Gelän­de dort recht schön dafür ist.

Und es war bes­ser, es war vol­ler, es war leb­haf­ter. Vol­ler viel­leicht, weil dies­mal der Ein­tritt frei war. Auch waren mehr Stän­de und Lager ver­tre­ten, so dass man auch mal schlen­dern und gucken konn­te. Das Wet­ter tat sein übri­ges, da es nach­mit­tags auf­klar­te und die Son­ne durch­kam. Das Gau­di­um-Gelän­de rund um Schloss Horst war Sams­tag Nachmittag/​Abend gut besucht.

Neben diver­sen Ver­pfle­gungs­stän­den, wie z. B. eine Wild­brä­te­rei, waren auch diver­se Händ­ler vor Ort. So konn­te man ech­te Sei­fen erste­hen, Knöp­fe aus Kno­chen geschnit­ten oder diver­se Räu­cher­uten­si­li­en. Natür­lich wur­den auch Leder­wa­ren, sowie Rüs­tun­gen und Schwer­ter aller Art ange­bo­ten. Den Hand­wer­kern konn­te man dabei auch zu sehen, wie sie ihre Pro­duk­te anfer­ti­gen.

Da das Gau­di­um ein Muse­ums­fest war, ging es nicht nur um das kom­mer­zi­el­le, son­dern auch um die Dar­stel­lung des Mit­tel­al­ters und der Renais­sance. Dazu tru­gen die diver­sen Lager­grup­pen bei, die das Leben von damals wie­der­ga­ben. Und es wur­den diver­se Tech­ni­ken von damals gezeigt, wie z. B. der Lauf­kran oder das Töp­fern im Stil der jewei­li­gen Epo­che.

In der Gräf­te fand auch die­ses Jahr wie­der ein Rit­ter­tur­nier zu Pfer­de statt. Dies­mal waren die rhei­ni­schen Rit­ter zu Gast und das Tur­nier wur­de ohne Dreh­buch auf­ge­führt, da dies­mal kei­ne his­to­ri­sche Vor­la­ge erzählt wer­den soll­te. Was aber nicht heißt, dass es kei­ne Action gab, im Gegen­teil: Die rhei­ni­schen Rit­ter sehen die  Exer­zi­ti­en und den Tjost (Lan­zen­s­te­chen zu Pfer­de, Rit­ter gegen Rit­ter) als sport­li­chen Wett­kampf an. Auch der schon fast obli­ga­to­ri­sche Ritt durchs Feu­er durf­te nicht feh­len. Das Tur­nier am Sams­tag Abend hat Graf Adolf IV von Berg gewon­nen – wenn man das auf heu­ti­ge Sport­er­eig­nis­se über­trägt also qua­si ein Aus­wärts­sieg für »mein Team«.

Musik darf natür­lich auf kei­nem Markt feh­len. Beim Gau­di­um waren dafür die Gal­gen­vö­gel und Spiel­mann Micha­el Völ­kel zustän­dig. Lei­der hab ich den Spiel­mann nicht gese­hen bzw. gehört. Dafür aber die Gal­gen­vö­gel, die auch auf der Büh­ne kom­plett unplug­ged gespielt haben und das Publi­kum in ihren Bann zogen.

Es war ein schö­ner Nach­mit­tag, der posi­tiv in Erin­ne­rung bleibt (und damit das Nega­tiv­erleb­nis aus dem Jahr 2010 über­deckt). Ein Fest auch für Fami­li­en. Ein Fest, dass schon Lust auf die nächs­te Auf­la­ge macht.

Wie immer gibt es wei­te­re Bil­der in der Gale­rie.