Am Wochenende war wieder Kultur angesagt, ich bin wieder zur KPR gefahren. Auch wenn die (entwidmete) Kirche noch nicht so alt ist – erbaut 1911 – hat sie die hohen Temperaturen doch etwas abgehalten, zwar nicht viel, aber man merkte den Unterschied beim Reingehen. Also bequem setzen, was kühles trinken und das reichhaltige Programm genießen. So hätte der Abend aussehen können,  wären da nicht die Fotos gewesen, die mich zur Bewegung »gezwungen« hätten. Also zwischen dem Umherlaufen,  Schwitzen und Fotografieren die Shows ansehen.

Egal wie, aber es hat sich gelohnt. Den Auftakt machten am Freitag Abend die Improvisationstanz-Kombo »MiNT!«. Eigentlich wollten sie eine längere Show bieten, aber am Vortag musste ihr Chef-Musiker ins Krankenhaus. Wenn ich es richtig verstanden hab, fehlte auch ein (oder mehrere?) Tänzer. Aber sie wollten ihre Fans nicht enttäuschen und so haben sie noch auf die Schnelle ein Notprogramm einstudiert. Dieses »Notprogramm« machte jedenfalls schon Lust auf mehr.

Neben Musik von CD wurden MiNT musikalisch von »Raw Collective« unterstützt, die danach ihren eigenen Auftritt hatten. Auch sie hatten einen Ausfall zu beklagen: Ihr Bassist war krank und so haben/mussten sie kurzerhand auf ein Akustik-Set umstellen. Ungewöhnlich war die Instrumentierung der (jetzt nur noch) Viererkombo: Neben Gesang, Gitarre und Cajon kamen auch Trompete und Flügelhorn zum Einsatz. Dafür gar nicht so ungewöhnlich: Dem Publikum gefiel die gute Musik und so »mussten« sie länger spielen, als gedacht. Natürlich kamen auch noch Zugaben hinzu.

Nach einer Umbaupause betraten dann »Orange Swan« die Bühne und damit quasi das Kontrastprogramm des Abends. Denn mit zwei Gitarren und einem Schlagzeug wurde es etwas lauter. Aber nicht schlechter. Das deutsch-irische Instrumental-Trio spielt Musik zwischen Rock und dark ambient. Kontrastprogramm in der Musikrichtung, aber nicht in der Zuschauergunst – und so mussten auch sie noch Zugaben spielen. Anschließend konnte, wer wollte, sich ein Tape kaufen. Richtig gelesen, ein Tape, also ein Magnetband in Kassettenform.

Samstag

Neuer Tag, noch mehr Hitze draußen. Innen begann der musikalische Abend mit Peter Gremm. Seine Musik ist irgendwo zwischen Singer/Songwriter und Akustik-Rock angesiedelt. Und damit riss er das anwesende Publik mit.

Nach ihm spielten die Jungs von Schutzschall. Das Trio spielt deutschsprachigen Akustik-Rock. Die paar fremdsprachigen Titel in ihrem Programm sind dann Songs von anderen Künstlern, die sie neu interpretieren.

Für die Nacht von Samstag auf Sonntag nach den Konzerten hatte die KPR eine Reggae-Disco angekündigt, im Rahmen der Reihe »Church of The-Tau«. Nuja, vorgestellt hatte ich mir darunter dann DJs, die Platten/CDs/MP3s auflegen. So war’s auch anfangs. Ich wollte schon gehen, da wurde mir gesagt, dass noch eine Live-Show kommt. Also wieder rein und Kamera wieder ausgepackt. Das Licht war gedimmt, was der Stimmung im Raum nicht schadete; zum Fotografieren nicht ganz so optimal, so dass ich mit meiner handlichen portablen Kunstlichtquelle etwas nachhelfen musste. Daher haben diese Fotos dann einen etwas anderen Look.

Aber zurück zur Show: Mit etwas Verspätung, die nicht auffiel, weil der DJ es gekonnt überbrückt hat, kam dann Jahpowl Lion auf die Bühne. Die Musik selbst kam weiterhin aus der Konserve, aber der Gesang war live, genauso wie seine Zwischenmoderationen und Kommentare. Und obwohl es noch immer sehr warm war, hüpfte und sprang er über die Bühne, als würde ihm die Temperatur (und Schwüle) nichts ausmachen. Eine super Show.

Kommendes

Weiter geht es bei der KPR wie gewohnt am Mittwoch mit dem Kanzellesen. In dieser Reihe, die in Zusammenarbeit mit dem C@fe-42 entsteht, lesen Autoren aus ihren Werken. Jetzt am Mittwoch lesen Ulli Engelbrecht, Jürgen Ludwig und Jochen Ruscheweyh unter der Überschrift »Samtcord, Strass & Soundgewitter – Rockstories«.

Am Wochenende gibt es mal kein Konzert, dafür ein langes Film-Wochenende. Begonnen wird am Freitag um 20.00 Uhr und geht bis Sonntag 12.00 Uhr. Name der Veranstaltung ist »Nonstop – 40 Stunden Gelsenkirchen im Film«. Das komplette Programm findet sich auf den Seiten der KPR oder bei Facebook.

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