Die Schlacht ist geschlagen, die Gewinner stehen fest und doch muss sich keiner Wunden lecken, denn Verlierer gab es nicht. So kann man das Finale des »Battle of Bands« 2015 in einem Satz zusammenfassen.

Der Abend fing wie üblich mit einem Singer/Songwriter an. Diesmal war es Tommy Finke, der sich Unterstützung in Person von Daniel Brandl mitbrachte. Wacken hat zur Eröffnung die Feuerwehrkapelle, im C@fe-42 war es das Cello. Aber keine klassische Musik (die Daniel Brandl auch hervorragend interpretiert), sondern – wie Tommy Finke es selbst nannte – Gefühls-Metal. Und damit rissen die beiden das Publikum dann auch direkt mit – von wegen Opferlamm. Die geforderte Zugabe konnten die beiden leider nicht spielen, zum einen wegen des Zeitplans des Battles, zum anderen aber auch wegen ihrer eigenen Termine, denn sie mussten direkt weiter nach Haltern am See, wo der zweite Gig des Abends auf sie wartete.

Nun wurde es ernst, der erste Battle-Teilnehmer musste auf die Bühne: In Sane, die die erste Vorrunde im Januar gewonnen hatten. Über 400 km einfache Fahrt (sie kommen aus Magdeburg/Stendal) für einen Auftritt, Respekt Leute. Aber die Fahrt hat sich gelohnt; sie legten direkt los, direkt »uff de Mütze«, wie sie es selbst so schön nennen. 24 Minuten Zeit hatten sie – wie alle Battle-Teilnehmer – aber die brauchten sie gar nicht, um das Publikum für sich zu gewinnen. Andererseits sind 24 Minuten auch kurz, sie hätten gerne länger spielen dürfen – das gilt ausnahmslos für alle Kapellen des Abends.

Nach einer kurzen Umbaupause waren dann die März-Gewinner (dritte Vorrunde) an der Reihe: Scargot. Von Anfang an auf die Fresse, keine Gefangenen machen. Schöne Mischung aus Progressive Metal und Metalcore.

Nach einer weiteren Umbau- und Frischluftpause betraten dann die letzten Teilnehmer die Bühne: Somewhere Searching. Einigen vielleicht noch unter ihrem alten Namen »Black Mirror« bekannt; da zwei Bandmitglieder die Band leider wegen ihres Studiums verlassen mussten, hat sich die Kapelle da dann auch einen neuen Namen zugelegt. Alternative metal mit einem female/male-Duo an den Mikrofonen.

Und nach diesen drei Acts sollte man sich jetzt wirklich entscheiden und Punkte verteilen – leicht ist was anderes.Und die Party auf der Bühne ging ja auch noch weiter. Es kamen ja noch »Slippery Affair« (ehemals »The Dirty Lixx«, hervorgegangen aus Afterdrunk). Wer die Jungs kennt, weiß, jetzt geht’s nochmal richtig rund. Die Stimmung kann gar nicht so heiß sein, als dass die fünf nicht noch ’ne Schippe drauflegen könnten. Eine gute dreiviertel Stunde fetter Hairmetal-Sound.

Während vorne die Show auf dem Höhepunkt war, wurden hinten die Stimmen ausgezählt, denn der Battle brauchte natürlich auch einen Gewinner: »Somewhere Searching« lagen am Ende vor »In Sane« und »Scargot«. Der größte Gewinner des Abends war sicherlich das Publikum: Fünf super live acts, mit fetter Mucke und geiler Party. Wenn ihr die Chance habt, auch nur eine dieser Bands irgendwo zu sehen, nutzt sie, geht hin, es lohnt sich.

Nach dem Battle ist vor dem Slam

Auch wenn das C@fe-42 jetzt mit Konzerten in die Sommerpause geht (die, die da waren, wissen wohl warum), geht es dort schon nächste Woche weiter, denn am 8. Mai startet dort die Poetry-Slam-Saison 2014/2015. Gemeldet sind bis jetzt Michael Schuhmacher, Miriam Jurk, Frau Lore und JosephinevonBluetenStaub (Änderungen natürlich immer möglich). Musik kommt dann von »Radio Bart«. Eintritt wie immer frei und der Gewinner gewinnt, was das Publikum mitbringt (kein Müll, nicht größer als Din A4).